Ein Paar neugeborener Kaninchen wirft nach zwei Monaten ein neues Paar und in allen folgenden Monaten jeweils ein weiteres Paar. Jedes der neugeborenen Paare vermehrt sich genauso. Wie viele Kaninchenpaare gibt es nach einem Jahr? Diese knifflige Frage stellte sich der italienische Rechenmeister Leonardo von Pisa, besser bekannt unter dem Namen Fibonacci, schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Am Ende seiner Überlegungen stand die Fibonacci-Folge – eine unendliche Zahlenfolge, in der jede Zahl > 1 die Summe der beiden vorangegangen Zahlen ist. Für jeden Kaninchenzüchter bedeutet das: Vorausgesetzt keines der Tiere stirbt, muss er nach 12 Monaten 233 Kaninchenpaare füttern (1,1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 usw.)

Dass man Schüler auch im 21. Jahrhundert noch mit Fibonaccis Erkenntnissen verblüffen kann, weiß Angela Giese vom Gymnasium Buckhorn in Hamburg. Ihre Schüler lernen, dass man der Fibonacci-Folge im Alltag immer wieder begegnet. Zum Beispiel in der Natur: Blätter oder Früchte von Pflanzen bilden oft spiralförmige Muster. Die Anzahl dieser Spiralen sind meist Fibonacci-Zahlen. Auch Künstler und Autoren haben sich schon von dem Zahlen-Phänomen inspirieren lassen – unter ihnen Bestseller-Autor Dan Brown. In „Sakrileg“ lässt er den sterbenden Museumsdirektor Jacques Saunière mit seinem Blut eine rätselhafte Zahlenfolge für seine Nachwelt schreiben – eine Variation der Fibonacci-Folge.
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